In unserer Gesellschaft ist Alkohol ein alltäglicher Bestandteil. Alkohol gehört zu vielen gesellschaftlichen Anlässen dazu. Alkohol ist die Droge in der Mitte der Gesellschaft. In Deutschland betrug der Pro-Kopf-Konsum im Jahr 2015 laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (2016) durchschnittlich 135,5 Liter alkoholischer Getränke (Bier, Wein, Spirituosen). Dies entspricht einem jährlichen Pro-Kopf-Konsum von 9,6 Litern reinen Alkohols. Auch wenn der Pro-Kopf-Konsum über die letzten Jahre rückläufig ist, so belegen diese Zahlen, dass es sich bei Alkohol um eine gesellschaftlich anerkannte Droge handelt.

Alkohol stellt nicht nur ein Problem im Straßenverkehr dar, sondern ist nach der World Health Organisation ein kausaler Faktor für mehr als 60 Krankheiten und Verletzungsarten. Die sozialen Folgen, die durch Alkoholkonsum verursacht werden, sind Gewalt, Vandalismus, öffentliche Ruhestörung, familiäre und finanzielle Probleme sowie Probleme und Unfälle am Arbeitsplatz.

Ungefähr 2,5 Millionen jährliche Todesfälle werden dem Alkohol zugeschrieben. Dies entspricht ca. 4% der weltweiten Todesfälle und übertrifft die von HIV bzw. AIDS oder Tuberkulose zuzuschreibenden Todesraten.

In Deutschland gibt es 2 Millionen Alkoholiker und 10 Millionen Menschen, die in schädlicher Weise mit Alkohol umgehen, also Alkoholmissbrauch betreiben. Insgesamt verursachten die alkoholbezogenen Todesfälle und Erkrankungen im Jahr 2002 in Deutschland Kosten in Höhe von 24,398 Millionen € (dies entspricht 1,16% des deutschen Bruttoinlandsproduktes bzw. 296 € je Einwohner), wobei die indirekten Kosten durch Arbeitsunfähigkeit, und Frühberentung und die Folgekosten für die rund 6000 durch Alkohol geschädigten Kinder, die jedes Jahr geboren werden und Folgekosten von 150 bis 200 Millionen € jährlich verursachen, noch nicht berücksichtigt sind.

Die genannten negativen Folgen und gesamtgesellschaftlichen Kosten, die mit einem übermäßigen Alkoholkonsum verbunden sind, legen nahe, dass zusätzliche Anstrengungen in Hinsicht auf die Reduzierung des Alkoholkonsums unternommen werden müssen. Schweden macht es vor: Alkohol ist deutlich teurer, Alkohol wird nur in speziellen Läden verkauft und die Alkoholwerbung ist stärker eingeschränkt. Im Ergebnis trinken die Schweden deutlich weniger. Doch während sich Experten hierzulande für schärfere Regeln einsetzen, werden die bestehenden Regeln sogar noch abgeschwächt: So soll etwa in Baden-Württemberg das Verkaufsverbot von 22:00 bis 6:00 Uhr durch die grün-schwarze Landesregierung wieder aufgehoben werden. Obwohl das Verbot die Zahl der komasaufenden jungen Erwachsenen reduziert hatte.